Wahrheit

Wahrheit kann nur klar, einfach und vor allem unbeugsam sein – immer gleich. Das bedeutet, seit jeher und bis in alle Ewigkeit. Jede Veränderung an der Wahrheit bringt unweigerlich die Unwahrheit. Sind das nicht dieselben Erklärungen wie für Vollkommenheit? Jede Änderung an etwas Vollkommenem erzeugt sofort etwas Unvollkommenes. Aber alles, was aus etwas Vollkommenem entsteht oder daraus hervorgeht, muß vollkommen sein und kann niemals einer Korrektur bedürfen. Sonst wäre oder würde es unvollkommen. Dazu gehört also selbstverständlich die gesamte Schöpfung.

Gemeinsamkeit

Zusammengehörigkeit, Gemeinsamkeit sind Begriffe, die mir einfallen, wenn ich an Ordnung denke. Ordnung, wie sie die Natur schafft und hält in der Pflanzen- und Tierwelt durch unwiderstehliche Anziehungskräfte. Wenn der Erdenmensch zur Natur gehört, müßte er diese Kräfte auch verspüren. Aber er fühlt sich entmündigt, entwertet, wenn er sich einordnen soll, wenn er sich unterordnen soll. Darum widersetzt er sich den Anziehungskräften der Natur und schafft seine eigene Ordnung, nicht beachtend, daß dieses Verhalten damit logischerweise unnatürlich wird.

Ist es wirklich Hilfsbereitschaft?

Dieser Charakterzug wird oft schmeichelhaft beschrieben. "Er kann einfach niemandem einen Wunsch ausschlagen. " oder "Er kann nicht Nein sagen! ". Was ist es, das mich davon abhält? Ist es wirklich Freude am hilfsbereit sein? Oder ist mir vielleicht der Gedanke unangenehm, daß Andere von mir enttäuscht sind, wenn ich ihnen einmal keinen Gefallen tun kann? Das würde ja bedeuten, daß ich Anderen gerne gefalle. Hoffentlich steckt dahinter nicht eine Neigung, oder sogar ein Hang: eine Gefallsucht. Also nichts anderes als Eitelkeit!

Außergewöhnliches

Wenn von 100 Personen nur 1 die Augen öffnen kann, würden dann die 99 Sehbehinderten ihr glauben? Ihre Augen wären ihnen als solche unbekannt. Was ist, wenn es noch so etwas wie andere 'Augen' gibt, die bei fast allen nicht funktionieren oder noch nie geöffnet wurden? Die noch viel mehr und Anderes 'erblicken' können und von denen wir nichts wissen, weil unsere gewöhnlichen Augen derzeit unseren Wahrnehmungshorizont bestimmen.

Warum gibt es Menschen?

Nach dem Grund wird seit jeher intensiv geforscht. Fast alle Suchen beginnen und enden im Weltall. Das ist, als würde man die Idee eines Bühnenautors für ein Theaterstück hinter den Kulissen suchen.

Der Begriff

Um etwas Komplexes, Abstraktes mit dem Verstand fassen und greifen, verstehen zu können, geben wir ihm oft eine Begrenzung, eine Form, ein Symbol. Aus dem Tod wird so z.B. der Sensenmann. Damit ist es nicht mehr so groß und man verliert die Furcht, oder auch die Ehrfurcht.
Manchmal erscheinen Symbole für das Verstehen unzureichend und dann ersetzen wir sie durch unendlich viele Definitionen, wie z.B. "Liebe ist...".
Ich weiß, daß in mir etwas ist, das Liebe schon einmal mühelos vollständig erlebt, erfasst und damit begriffen hat, ohne auch nur eine einzige Definition dafür zu brauchen. Demgegenüber wirkt der Verstand mit seinen Begrenzungen direkt armselig.

Raum der Sprache

Gedanken und Sprache sind eng verknüpft. Je mehr Möglichkeiten die Sprache bietet, desto anspruchsvoller kann die Gestalt der Gedanken werden. Werden Sprache und Schrift "vereinfacht", verlieren die Gedanken an Spielraum. Alle Möglichkeiten des Ausdrucks müssen gepflegt werden, damit sie nutzbar bleiben.

Verlockung statt Abschreckung

Wenn die Nachteile eines Lasters nicht stark genug abschrecken, dann bietet vielleicht die Freiheit von diesem Laster verlockende Vorteile. Ein Verzicht auf die Morgenzigarette und ein anschließender Sommerspaziergang belohnen vielleicht mit einem beeindruckenden Dufterlebnis, das so begehrenswert werden kann, daß der Verzicht bald keiner mehr ist.

Kampf der Welten

In langen Überlegungen, vielen Gesprächen und Diskussionen und oftmals mit großer Phantasie entstanden im Laufe der Jahre meine Vorstellungen vom Sinn des Lebens. Ich fand für mich Erklärungen für das Woher und Wohin des Menschen und es war ein anspruchsvoller Bau, der sehr viel Zeit und Mühe gekostet hat. Ich war stolz darauf. Dieses Gebilde entwickelte sich bildlich gesehen zu einer sehr großen festen Kugel um mich herum. Alles was nicht zu diesem Gebilde paßte, prallte ab und ließ meine 'Welt' unbeschadet. Nur die Ansichten, die sich meinen Vorstellungen fügten, blieben haften und vervollständigten nach und nach diese Kugel.
Dann kam eine Zeit, in der ich ein solches Vertrauen in den Schutz, die Festigkeit meiner Kugel hatte, daß ich es riskierte, einen Kampf aufzunehmen. Ich befaßte mich mit einer Weltanschauung, die meiner eigenen fremd war. Ich hörte darin zunächst nur Anschuldigungen und Verurteilungen, die wie ein Presslufthammer an meiner Kugel bohrten, in der ich mich immer so behütet gefühlt hatte. Ich sollte all meine mühsam gefundenen Erklärungen hinterfragen und einmal daran vorbeiblicken.
Aus heutiger Sicht war das der glücklichste Moment meines Lebens. Der Preßlufthammer schlug ein Loch in meine Kugel. Was für eine Aussicht! Das wahre Leben spielt sich ja in Wirklichkeit außerhalb meiner Welt ab. Was für eine Einsicht! Mit wachsender Begeisterung und zunehmender Kraft arbeite ich nun daran, dieses Loch zu erweitern, weil ich mehr von der eigentlichen Welt sehen möchte, viel mehr.
Mittlerweile sehe ich mein ach so kunstvoll zusammengedachtes Gebilde in einem neuen Licht. Einem Licht, das so hell ist, daß der kleinste Fehler sofort sichtbar wird. Ich sehe es 'Im Lichte der Wahrheit'. Das ist der Titel des Buches, das mir letztlich diese herrliche Aussicht aus meiner Kugel brachte.
Die Niederlage meiner 'Welt' war für mich der größte Gewinn.

Wozu noch Bücher?

Enzyklopädien werden nicht mehr vererbt, sondern entsorgt. Sie nehmen unnötig viel Platz ein. Fast alle Nachschlagewerke sind inzwischen kostenfrei und schnell selbst auf jedem Smartphone einzusehen. Große renommierte Verlage werden geschlossen.
Wenn sich das Gelesene aber tiefer senken soll als bis in das Gehirn, ist ein fester Halt notwendig. Ein Halt, der nach dem "Zuklappen" des Gelesenen noch da ist. Für mich bietet nur greifbar Gedrucktes diesen Halt. Einen wirklichen Halt kann man nicht ausschalten.

Überwindung

Ab und zu, eigentlich viel zu selten, packt mich eine regelrechte Lust, gute Vorsätze aufzustellen. Leider bleibt es meist beim Aufstellen und auf dem Weg, sie in die Tat umzusetzen, geht mir die Luft aus, lasse ich mich durch Alltägliches ablenken und die wertvollen Knospen vertrocknen ungegossen. Keine Chance aufzublühen.
Gerade diese Zeiten der guten Vorsätze sind kostbare Augenblicke im Leben. Hier werde ich mir ja meiner Mängel bewußt! Hier erkenne ich, womit ich bei mir selbst unzufrieden bin und was ich gerne ändern möchte. Diese Aufgaben, die mir meine guten Vorsätze gestellt haben, bleiben bestehen, jede einzelne, bis sie gelöst sind, "treue" Begleiter meines Lebens! Sie wollen in Angriff genommen werden und warten darauf, daß ich endlich meine Trägheit überwinde und den ersten Schritt tue.
Welche weitgreifenden Auswirkungen hat diese Trägheit! Es sind ernste Vorsätze, sehr ernste Änderungen, die notwendig sind für ein menschliches Vorwärtskommen und ich erliege immer wieder der Versuchung, sie "unter die Decke" zu schieben, wo ich sie nicht sehe. Derartige Verdrängung kostet Kraft, auch wenn sie unbewußt geschieht – sehr viel Kraft. Sie kann den Körper sogar so stark schwächen, daß das Immunsystem leidet und letzten Endes die Tür für manche Krankheit geöffnet wird.
Im Umkehrschluß heißt das, daß bei einer bestehenden Krankheit eine der nutzbringendsten Hilfen in unserer eigenen Hand liegt. Die Überwindung zum Umsetzen eines guten Vorsatzes und Aufatmen und Erstarken durch die Lösung der Aufgabe. Nutzbringend, weil diese Hilfe im Ich ansetzt, wo das meiste den Ursprung hat, bevor es äußerlich zu Tage tritt.

Der Saat folgt die Ernte

Daß wir ernten, was wir säen, ist Gesetz. Das können wir nicht ändern.

Was wir ernten werden, haben wir in der Hand. Im wahrsten Sinne. Und wenn es auch erst ein Wunsch ist, ein Wollen, unser Wille ist die Wahl der Ernte. Gutes baut auf und fördert, Übles zerstört und verdirbt. Das ist jedermann bekannt. Die Ernte ist in jedem Falle immer das, was man verdient. Mit ihr wird alles ausgeglichen.

Wenn nun das Jüngste Gericht den endgültigen Ausgleich herbeizwingt, dann bringt es einfach die Ernte! Die Zeiten von dem Aufkeimen der Wünsche und Gedanken unter der Menschheit über die Aussaat als Wort oder Tat, das Anwachsen mit der Reife bis zur Ernte umspannten bisher mitunter ganze Epochen.Nun in den Zeiten des Gerichtes steigert Gotteskraft die Fruchtbarkeit des Bodens derart, daß kein noch so kleiner Willenskeim verschlossen bleiben kann und alles unmittelbar zur Reife und damit zur Ernte kommt. Dieses immer schnellere Anwachsen und Wuchern ist auf der ganzen Welt nicht mehr zu übersehen.

Alles und jeder wird überall in gleichem Maße von der Kraft getroffen. Und dennoch erhält jeder Mensch in unbezwingbarer Gerechtigkeit nur das, was er verdient. In kürzester Zeit. Dann hat sich alles Übel endlich zerstört.

Das Gleichgewicht – in drei Teilen

Das Gleichgewicht gehört wesentlich zum Fundament der gesamten Schöpfung. In allen Ebenen, in allen Bereichen des menschlichen Seins ist es notwendig für den Erhalt. Nichts kann bestehen ohne Gleichgewicht, denn wo es fehlt, wird es unaufhaltsam wiederhergestellt. Wenn ich genau überlege, läßt sich letztlich jede Art von Veränderung irgendwie darauf zurückführen. Jedes Geschehen, ob sichtbar oder unsichtbar, ist ein Ausgleich. Bewegung ist der Ausgleich einer Kraft. Die Tat ist der Ausgleich eines Wunsches oder Wollens. Immer stehen sich am Ende Druck und Gegendruck gleich stark gegenüber und das Gleichgewicht ist hergestellt.

Beim Menschen sind Sichtbares und Unsichtbares eng verbunden. Sichtbare Veränderungen haben immer auch unsichtbare Auswirkungen und meist auch Ursachen. Also kann das Ziel einer Veränderung, der Ausgleich, die Wiederherstellung eines Gleichgewichts, auch unsichtbar sein. Eine äußerliche Veränderung am Menschen übt auch auf sein Inneres einen Druck aus und wird seelisch fühlbar. Oft gerät das Innere des Menschen durch eine Neigung aus dem Gleichgewicht. Das zeigt sich meistens auch äußerlich. Gelingt es dem Menschen, innerlich so viel Kraft aufzubringen, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen, führt es vielleicht sogar äußerlich zu einer Beruhigung, etwa einer Heilung. Gelingt es ihm nicht, dann wird aus der Neigung ein Umkippen, das sich äußerlich vielleicht als Verletzung zeigt. Auch das stellt ein Gleichgewicht wieder her. Bildlich gesehen das Umkippen in die Waagerechte.

Ein großes Ziel im Menschenleben ist der innere Kraftgewinn, um niemals aus dem Gleichgewicht zu geraten. Dieser Kraftgewinn ist aber nur möglich, wenn man innerlich in Bewegung bleibt, sozusagen in Übung. Wer sein Denken nur auf Äußerliches beschränkt, kann keinem Erleben auch nur den geringsten Gegendruck entgegensetzen. Dem wird es immer schwerfallen, ein kraftvolles Erlebnis zu ertragen. Er wird aus dem Gleichgewicht geraten, weil er sich vielleicht ungerecht behandelt fühlt durch ein Geschehen, das ihm eigentlich zu innerer Kräftigung und Festigung dienen könnte. Aus diesem Blickwinkel sehe ich künftige Erlebnisse mit anderen Augen.

...denke ich.